Zuchtpferde
Mutterstuten und Fohlen im Gestüt Höny-Hof. Foto: www.galoppfoto.de
Erfolg beflügelt … deshalb sind im Jahr 2011 wieder alle Boxen für die Mutterstuten bis auf den letzten Platz gefüllt. Gleich zwölf an der Zahl, angeführt natürlich von der Diana-Siegerin Salve Regina, deren erstes Produkt, besagte Salve Germania nämlich, gleich zur Gruppesiegerin avancierte, Die zweite Höny-Hofer Gruppesiegerin, Miss Europa, verstärkt jetzt sogar die Mutterstutenherde. Im Rennstall kommen in der Saison 2011 voraussichtlich wieder fast 20 Höny-Hofer in den lila-weißen Rennfarben an den Start.
Die von Waldemar Hickst trainierte Salve Germania, hier Siegerin in Düsseldorf, gewann anschließend ein Grupperennen in Amerika. Foto: www.klatuso.deEs waren einmal mehr die Stuten, die in der Saison 2009 für die sportlichen Höhepunkte des Gestüts Höny-Hof sorgten. Ende Mai gewann Miss Europa (Monsun) in beeindruckendem Stil den Diana-Trial (Gr. II) in Hoppegarten und avancierte damit zur Favoritin auf den Sieg im klassischen Henkel-Preis der Diana. Die darauffolgende Niederlage gegen Night Magic im Hamburger Jungheinrich-Rennen (Gr. III) steht inzwischen in ganz anderem Licht, doch bedeutete das bedauerlicherweise schon das Ende der Saison für Miss Europa. Verletzungsbedingt musste sie seitdem pausieren, war monatelang im Gestüt, doch nach längerer Diskussion hat man sich entschlossen, sie wieder in den Rennstall zu Peter Schiergen zu schicken.
Nicht mehr dabei ist Salve Germania (Peintre Celebre), die im August unter der Regie von Waldemar Hickst doch ziemlich überraschend das Ballston Spa Handicap (Gr. II) in Saratoga gewann, anschließend vor Ort verkauft wurde.
Züchterische Dispositionen 2011
Die einzige Stute, die nach England gebucht wurde, ist Salve Regina (Monsun). Die rechte Schwester von Samum und Schiaparelli, selbst auf der Rennbahn eine Größe, hat bisher sechs Fohlen gebracht, allesamt Stuten. Zwei sind aktuell noch für Höny-Hof im Rennstall, die vierjährige Salve Aurora (King’s Best), zweifache Siegerin, wurde kurzfristig ins Mutterstuten-Lot aufgenommen. Ihr erster Partner wird der Champion-Deckhengst Areion. Parat stehen noch Stuten von Peintre Celebre und Hurricane Run, daheim ist noch eine Dalakhani-Tochter. Nach sechs Fohlen in Folge hat man Salve Regina eine Pause gegönnt, jetzt ist Dansili ihr Partner, ein Hengstfohlen wäre natürlich sehr willkommen.
Der prominenteste Neuzugang im Gestüt Höny-Hof hat eine weite Reise vor sich: Miss Europa (Monsun), die vor einigen Wochen in die Stutenherde eingerückt ist, bekommt Cape Cross als ersten Partner, den Vater des ehemaligen Weltchampions Sea The Stars. Miss Europa gehörte sicherlich zu den besten Stuten des Jahrgangs, sie war dreijährig Siegerin im Diana-Trial (Gr. II) in Hoppegarten, war dann aber nach ihrem zweiten Platz zu Night Magic im Jungheinrich-Preis (Gr. III) in Hamburg verletzungsbedingt lange außer Gefecht. Ein Listensieg und Platzierungen auf Gruppe-Ebene kamen dieses Jahr noch hinzu, doch wäre ohne die Verletzung sicher mehr möglich gewesen. Ende März wird ihre Mutter Miss Hoeny ( Rahy) eine rechten Bruder oder eine Schwester von ihr zur Welt bringen, ein zwei Jahre alter Martillo-Sohn steht bei Werner Baltromei. Miss Hoeny wird ebenfalls nach Irland gehen, zu Azamour.
Es ist wieder ein ambitionierter Deckplan geworden, den Manfred Hellwig mit Gestütsleiter Simon Minch ausgetüftelt hat, „es wird weiter investiert“, ist die Devise. Gelegentlich wird gezielt zugekauft, auch für den Rennstall, wobei Peter Schiergen, Waldemar Hickst, Werner Baltromei, Dave Richardson und Roland Dzubasz bedacht werden, aber auch Nicolas Milliere in Frankreich, für den Tiger Village erst unlängst erfolgreich war. Einen Deckhengst hat man im hessischen Höny-Hof selbst nicht, aber der Spitzenmeiler Martillo (Anabaa), der nach einigen Jahren in Zoppenbroich wieder nach Frankreich gegangen ist, steht unverändert in eigenem Besitz. Er ist zunächst für ein Jahr nach Südostfrankreich verpachtet worden, die Resonanz ist gut und die weitere Entwicklung wird sicher genau beobachtet.
Nach Irland reisen noch Salve Evita (Monsun) und Proudswing ( Tannenkönig). Salve Evita ist über England nach Deutschland gekommen, hat hier nur einen Start absolviert. Als Halbschwester des mehrfachen Gr.-Siegers Sri Putra (Oasis Dream) ist sie natürlich für die Zucht mehr als qualifiziert. Proudswing ist rechte Schwester des Gr.-Siegers Proudance, sie hat eine drei Jahre alte Martillo-Stute und einen ein Jahr jüngeren Hengst im Training.
All An Star (Galileo) hat als Tochter des weltbesten Vererbers natürlich ihren Wert, auch wenn sie selbst und auch ihre Geschwister auf der Rennbahn noch keine Bäume ausgerissen haben. Sie hat eine Jährlingsstute von Martillo. Zwei Stuten wurden zum Deckhengst-Champion Areion gebucht. Palace Princess (Tiger Hill) ist eine Schwester der hocherfolgreichen „Pepper“-Hengste, die sämtlich von Big Shuffle stammen. Nur logisch, dass sie zu Areion geht. Ihr Erstling, eine Jährlingsstute, stammt noch von Big Shuffle. Nach Auenquelle wird sie begleitet von der aus der Monsun-Familie stammende Majira (Pentire), die bei wenigen Starts gewonnen hat. Noch nicht bestimmt ist der Partner ihrer Mutter Mandrella (Surumu), die als letzte Höny-Hofer Stute abfohlen wird, von Soldier Hollow. Dort geht dieses Jahr die exzellent gezogene Waveski (Rainbow Quest) hin, die bisher noch nicht gelaufene Nachkommen von Martillo, One Cool Cat und Silvano hat. Ihre Mutter war Siegerin den Epsom Oaks (Gr. I). New Princess (Brief Truce) war Listensiegerin, in der Zucht steht sie noch vor ihrer ersten Bewährungsprobe, auf der Koppel steht derzeit eine Jährlingsstute von Samum.
AREION (1995), br., v. Big Shuffle – Aerleona v. Caerleon (Gestüt Auenquelle)
- Majira (2006), db., v. Pentire – Mandrella v. Surumu, (Fohlen v. Martillo am 22.04.)
- Palace Princess (2004), b., v. Tiger Hill – Pasca v. Lagunas
- Salve Aurora (2007), b., v. King's Best - Salve Regina
AZAMOUR (2001), b., v. Night Shift – Asmara v. Lear Fan (Gilltown Stud, IRL)
- Miss Hoeny (1999), b., v. Rahy – Goleta v. Majestic Light, trgd. v. Monsun
CAPE CROSS, (1994), db., v. Green Desert – Park Appeal v. Ahonoora (Kildangan Stud/IRL)
- Miss Europa (2006), db., v. Monsun – Miss Hoeny v. Rahy, Maiden
- Salve Evita (2004), b., v. Monsun – Wendylina v. In The Wings, trgd. v. Rock of Gibraltar
DANSILI (1996), b., v. Danehill – Hasili v. Kahyasi (Bansted Manor Stud/GB)
- Salve Regina (1999), F., v. Monsun – Sacarina v. Old Vic
LORD OF ENGLAND (2003), F., v. Dashing Blade – Loveria v. Los Santos (Gestüt Etzean)
- New Princess (1999), db., v. Brief Truce – Nillfeedir v. Fabulous Dancer
ROCK OF GIBRALTAR (1999), b., v. Danehill – Offshore Boom v. Be My Guest (Coolmore Stud/IRL)
- Proudswing (2001), b., v. Tannenkönig – Proudeyes v. Dashing Blade (Bes.: A. Utke/S. Minch/M. Hellwig)
SHOLOKHOV (1999), b., v. Sadler’s Wells – La Meilleure v. Lord Gayle (Gestüt Etzean)
- All An Star (2004), b., v. Galileo – All An Angel v. Alydar, trgd. v. Martillo
SOLDIER HOLLOW (2000), schwb., v. In The Wings – Island Race v. Common Grounds (Gestüt Röttgen)
- Waveski (2003), b., v. Rainbow Quest – Jet Ski Lady v. Vaguely Noble
Noch nicht entschieden
Mandrella (1996), b., v. Surumu – Maji v. Shareef Dancer, trgd. v. Soldier Hollow
Martillo, dem eigenen Deckhengst, gilt viel Vertrauen. Foto: Marc RühlMartillo wechselt nach drei Saisons im Gestüt Zoppenbroich 2011 zurück nach Frankreich und hat im Haras de Fontaines schon einen sehr guten Zuspruch. In den Farben von Manfred Hellwigs Gestüt Höny-Hof war er der beste Meiler seiner Zeit in Deutschland und auch auf internationaler Ebene höchst erfolgreich. Bereits in seinen ersten beiden Jahre als Deckhengst stand er in Frankreich, die Zahl seiner Nachkommen ist nicht gerade astronomisch, er hat bei wenigen Startern allerdings schon Sieger und die Black Type-platzierte Oekaki gestellt. Sein erster deutscher Jahrgang ist 2011 dreijährig.